Vereinsgeschichte

Am 16.11.1953 wurde der Deutsche Kinder­schutzbund gegrün­det. Damals wurde das Haup­tau­gen­merk auf den Schutz der Kinder vor Züch­ti­gung und Mis­shand­lung gelegt. Weit­ere Auf­gaben waren, die sit­tliche Ver­wahrlosung von Kindern und Jugendlichen in der Nachkriegszeit zu ver­hin­dern und Eltern und Öffentlichkeit über Erziehung­sprob­leme aufzuk­lären.

Da hat es in der Zwis­chen­zeit erhe­bliche Entwick­lun­gen im Kinder­schutz gegeben. In den 80er Jahren des vorigen Jahrhun­derts hat es in Dinslaken bere­its einen Kinder­schutzbund gegeben. Damals waren die Ortsver­bände schon sehr selb­st­ständig in ihrer Arbeit und sehr unter­schiedlich in ihrer Aus­rich­tung. Über die Arbeit des dama­li­gen Kinder­schutzbun­des ist allerd­ings nichts bekannt.

So beginnt die Geschichte des Ortsver­ban­des Dinslaken-Voerde e.V. am 1.7.2001. Damals wurde der Kinder­schutzbund Dinslaken im dama­li­gen Evan­ge­lis­chen Jugend­heim Lohberg von nur weni­gen Mit­gliedern, über­wiegend Lehrern, gegrün­det. Zur Vor­sitzen­den wurde Frau Ober­stu­di­endi­rek­torin Chris­tine Rolfs gewählt.

Bere­its 2002 weit­ete der Kinder­schutzbund seine Tätigkeit auf das Gebiet der Stadt Voerde aus und änderte seinen Namen in Kinder­schutzbund Dinslaken- Voerde e.V. Er hatte damals ca. 20 Mit­glieder.

Am 1.4.2002 kon­nte er seine ersten Räume in der Augus­tas­trasse 24 in Dinslaken beziehen. Dort wurde das „Kinder­läd­chen“ eröffnet. Im vorderen Bere­ich wur­den neue und gebrauchte, gut erhal­tene Kinder­bek­lei­dung und Spielzeug gegen Spenden abgegeben, der hin­tere Raum diente als Büro und Lager­raum. 2002 über­nahm der Kinder­schutzbund die Träger­schaft des Pro­jek­tes 13 Plus an der Volksparkschule in Dinslaken mit einer Betreu­ungs­gruppe von 23 Schülern. Die Arbeit mit Schü­lerin­nen und Schülern von der ersten bis zur let­zten Klasse sollte von da an zum Schw­er­punkt der Tätigkeit des Kinder­schutzbun­des wer­den.

Im Jahr 2003 begann die Aus­bil­dung von Schü­lerin­nen und Schülern zu Stre­itschlichtern am Gym­na­sium Voerde mit zunächst 25 Schü­lerin­nen und Schülern der Klassen 9 und 10. Im Herbst über­nahm der Kinder­schutzbund die Träger­schaft des Pro­jek­tes 13+ am Otto-Hahn-Gym­na­si­ums in Dinslaken.

Der Aus­bau der Arbeit des DKSB ging immer weiter. 2004 über­nahm der DKSB die Träger­schaft der Offe­nen Ganz­tagess­chule an der Otto-Will­mann-Schule Voerde (OWS) und an der Astrid-Lind­gren-Grund­schule Spellen in Voerde. An jeder der bei­den Schulen wur­den zwei Betreu­ungs­grup­pen ein­gerichtet.

Eben­falls 2004 wurde die Stre­itschlichter­aus­bil­dung auf die Janusz-Kor­czak-Schule, eine Förder­schule in Voerde, aus­geweitet. Das neue bun­desweite Pro­gramm des Kinder­schutzbun­des wurde in Voerde an der OWS ges­tartet: „Starke Eltern – Starke Kinder“.

Das Jahr 2005 war das Jahr des Aus­baus der Betreu­ungsar­beit und der Stre­itschlichter­aus­bil­dung. Der DKSB begann auch mit Vor­tragaben­den für Eltern und Lehrer zunächst am Gym­na­sium Voerde, dann auch an weit­eren Schulen in Dinslaken und Voerde. Zen­trales Thema war das Thema „Mob­bing in der Schule“.

2006 starteten die ersten Maß­nah­men des Sozial­train­ings in Schulk­lassen des OHG und des Gym­na­sium Voerde. Eben­falls wurde das Pro­jekt „Fair Stre­iten Ler­nen“ in zwei drit­ten Klassen an den Voerder Grund­schulen als Pilot­pro­jekt begonnen. Neu war die Träger­schaft des Pro­jek­tes 13+ an der Hauptschule des Gus­tav-Heine­mann-Schulzen­trums (GHZ).

2007 brachte dann die Träger­schaft des Gebun­de­nen Ganz­tagess­chul­be­triebs an der Volksparkschule in Dinslaken. An der Janusz-Kor­czak-Schule wur­den Schüler, die als schwer beschul­bar gal­ten, in einem Pilot­pro­jekt Jun­gen­förderung gefördert.

In diesem Jahr mussten wir das Kinder­läd­chen aufgeben und zogen mit der Geschäftsstelle des DKSB in die Hagen­strasse 9, direkt am OHG, um.

2008 wur­den alle Ange­bote an den Schulen aus­ge­baut und im Jahr 2009 wurde das Betreu­ung­spro­gramm an den weit­er­führen­den Schulen umge­baut. Der Kinder­schutzbund über­nahm nun die Betreu­ung am gesamten GHZ in Hies­feld, also außer an der Hauptschule auch an der Realschule und am Gym­na­sium und in Voerde an der Janusz-Kor­czak-Schule in Möllen.

Chris­tine Rolfs über­gab in diesem Jahr den Vor­sitz des Kinder­schutzbun­des, den sie acht Jahre innehatte, an Prof. Dieter Oelschlägel, der seit­dem dieses Amt bek­lei­det.

Im sel­ben Jahr begann ein neuer Arbeits­bere­ich, die Schul­sozialar­beit und auf­suchende Jugen­dar­beit durch den DKSB an der Volksparkschule und im Blu­men­vier­tel, in welches die Volksparkschule von Lohberg umge­zo­gen war. An bei­den Grund­schulen in Voerde führte der DKSB die Aktion „Stre­iten mit Regeln“ durch. Eben­falls beteiligte er sich – auch das ist neu – an Maß­nah­men, beson­ders für Jugendliche, im Zusam­men­hang der „Sozialen Stadt“ in Lohberg und im Blu­men­vier­tel

Diese Maß­nah­men wer­den auch prä­gend für 2010: In Lohberg drehten wir gemein­sam mit dem Forum Lohberg mit Schülern des GHZ einen Film über das Leben aus­ländis­cher und deutscher Jugendlicher (Docu­lob), began­nen wieder mit dem Forum und dem Segel­club Bab­cock aus Hünxe mit Segel­boot­pro­jek­ten und führten eine Jugend­freizeit gemein­sam mit der Diakonie, dem Jugen­damt Dinslaken und dem Forum Lohberg durch. Im Blu­men­vier­tel beteiligte sich der DKSB eben­falls an vie­len Aktio­nen der „Sozialen Stadt“, her­auszuheben sind der erste Heim­spiel­cup und die Graf­fiti AG.

Zum Thema „Arme Müt­ter – arme Kinder“ fand im Mai 2010 eine gut besuchte Ver­anstal­tung der Gle­ich­stel­lungsstelle Dinslaken und des Kinder­schutzbun­des statt, die das Thema Kinder­ar­mut auch für Dinslaken auf­griff.

Natür­lich liefen auch die anderen Aktiv­itäten des DKSB weiter, Schul­sozialar­beit und Betreu­ung wur­den weiter aus­ge­baut und begeis­terten mit zahlre­ichen Pro­jek­ten die Schü­lerin­nen und Schüler.

2011 feierten wir unser 10-jähriges Jubiläum im Ledi­gen­heim Lohberg mit Vertretern des Bun­des- und Lan­desver­ban­des NRW des DKSB und der Städte Dinslaken und Voerde.

Der DKSB über­nahm die Betreu­ungsträger­schaft an der neu eröffneten Sekun­darschule und ver­stärkte seine Aktiv­itäten im Blu­men­vier­tel (Jugend­park, Klaras­traße). Durch einen Gestel­lungsver­trag mit dem Forum Lohberg sichert der Ortsver­band die Jugen­dar­beit des Forums in diesem Stadt­teil (Aus­bil­dungs­ber­atung, Jugend­fahrten). Der Kinder­schutzbund trat mit Ver­anstal­tun­gen an die Öffentlichkeit wie der Vorstel­lung des Kinder­schutzkalen­ders im Rah­men einer gemein­samen Ver­anstal­tung von AWO, VHS und DKSB zum Thema „Kinder haben Rechte“ und einer Ver­anstal­tung über Kinder psy­chisch kranker Eltern.

Im Jahr 2012 fand der erste Struk­tur­wan­del der Organ­i­sa­tion des DKSB statt, weil der Ver­band so groß und die Auf­gaben so vielfältig gewor­den waren, dass eine Neuauf­stel­lung notwendig wurde. Der Verein hat einen Klein­bus erhal­ten und somit seine Mobil­ität erhöht. Beson­ders erfol­gre­ich war die Schüler­per­son­ala­gen­tur, die nach Lohberg umge­zo­gen ist und einen Preis der Münch­ener Deloitte-Stiftung erhal­ten hat. An der Otto-Will­mann-Schule lief das Pro­jekt „Wilmannshausen“ mit großem Erfolg.

Im Jahr 2013 sta­bil­isierte sich die Arbeit des Kinder­schutzbun­des weiter. Inzwis­chen arbeit­eten wir erfol­gre­ich an 10 Schulen in Dinslaken und Voerde. Zu den bewährten Arbeits­feldern Jugendquartiers­man­age­ment und Schüler­per­son­ala­gen­tur kam nun dank der Unter­stützung durch die Aktion Men­sch die Gemein­we­se­nar­beit dazu, die speziell in den Stadt­teil hinein­wirken sollte und Frauen- Mäd­chen- und Großel­ternar­beit zum Schw­er­punkt hatte. Der DSKB fasste den Beschluss, Gesellschafter bei der gGmbH Kinder­wel­ten zu wer­den und war Mitun­terze­ich­ner der von ihm miten­twick­el­ten „Dinslak­ener Erk­lärung zur Sozial­rau­mori­en­tierung“.

Der gewach­se­nen und pro­fes­sion­al­isierten Arbeit mussten auch Geschäftsstelle und Ver­wal­tung fol­gen: am 13.2.2014 erfol­gte die offizielle Schlüs­selüber­gabe für die neuen Räume am Lohberger Johannes­platz, die am 15.5. mit einem Tag der offe­nen Tür der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Sie bot nun genü­gend Platz für die Büros der Ver­wal­tung, aber auch für Dien­st­be­sprechun­gen, Arbeits­grup­pen und Einzelge­spräche. Die Ver­anstal­tungsreihe zur Inklu­sion war ein the­ma­tis­cher Schw­er­punkt in den Jahren 2013/14, hierzu gehörte u.a. das The­ater­stück „Der kleine Prinz in der Fas­sung der UN-Kon­ven­tion über die Rechte der Men­schen mit Behin­derung“ und die Ver­anstal­tung „Kinder­rechte, Kinder­schutz und Inklu­sion in der Jugend­hilfe“.

2015 kon­nten Schüler­per­son­ala­gen­tur, Jugendquartiers­man­age­ment und Gemein­we­se­nar­beit neue Räume in der Johan­ness­chule an der Hauer­straße beziehen, die sie – wie ihre Arbeit –bis heute ständig aus­bauten und erweit­erten (Selb­stlernzen­trum, Werk­statt, Garten und Fahrrad­w­erk­statt).

Im Jahr 2015 ist der DKSB Dinslaken-Voerde e.V. der gGmbH „Kinder- und Fam­i­lien­wel­ten“ des Lan­desver­ban­des beige­treten. Auf­gabe der gGmbH „Kinder- und Fam­i­lien­wel­ten“ ist u.a. der Betreib eines Bootes für sozialpäd­a­gogis­che Maß­nah­men, der von Dinslaken aus organ­isiert wird.

Zwei neue Pro­jekte sind in diesem Jahr nach vie­len Mühen und Ver­hand­lun­gen noch bewil­ligt und begonnen wor­den. Das eine heißt „Jugend stärken im Quartier“ und fördert Jugend- und Gemein­we­se­nar­beit in Dinslak­ener Stadt­teilen. Dabei kooperieren wir mit dem Diakonis­chen Werk und dem Jugen­damt der Stadt Dinslaken. Das andere ist das Pro­jekt „Weg­weiser – gemein­sam gegen gewalt­bere­iten Salafis­mus“, das der Kinder­schutzbund im Auf­trag des NRW-Innen­min­is­teri­ums für den Kreis Wesel durch­führt.

Ab dem 1.2.16 hat in Dinslaken das Pro­jekt „Ler­nen am anderen Ort“ begonnen, nach­dem die Förder­schul­land­schaft umgestal­tet wor­den ist. Schüler mit Förderbe­darf, die Regelschulen besuchen, kön­nen hier im Krisen­fall bis zu sechs Monate sozialpäd­a­gogisch betreut wer­den. Der DKSB hat die Betreu­ung des Sekun­darschul­bere­iches über­nom­men, die gut ange­laufen ist.

So kön­nen wir heute auf 15 Jahre Tätigkeit für Kinder und Jugendliche zurück blicken mit tiefer Dankbarkeit für die engagierte Arbeit unserer haupt- und ehre­namtlichen Mitar­bei­t­erin­nen und Mitar­beiter aber auch für alle Förderer, Spender und Koop­er­a­tionspart­ner.